Entsorgungsprobleme ausgedienter Windkraftriesen?

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Stäbelow, Wilsen und Bliesekow,

die Energiewende geht uns alle an. Fast alle wollen regenerativen Strom. Auch die Bürgerinitiative Region Stäbelow e.V.!

Ab 2020 fallen jedes Jahr mehr als 1000 WKA aus der Förderung nach dem EEG heraus. und werden noch mehr unwirtschaftlich. 

Da aber WKA ohne Förderung unwirtschaftlich sind, wird der überwiegende Anteil der WKA abgestellt. Muss der Stromverbraucher die Entsorgung bezahlen? Nein, derzeit nicht.

Man wird sehen wie die neue Bundesregierung mit dem nicht mehr wegzudiskutierenden Problem umgeht. 2020 ist schon in 2 Jahren!

Anzahl zum 30.06.2017 und deren Nennleistung:

Durchschnittliche Größe  von WKA derzeit. Die eno126 entspricht nahezu dieser Durchschnittsgröße. Man kann mit rund 5-10% Wachstum von Nabenhöhe und Rotordurchmesser pro Jahr rechnen:

Was passiert dann mit dem Schrott?

Windkraftbetreiber müssen Bürgschaften für den Rückbau hinterlegen. Mit diesem Geld soll der Rückbau bezahlt werden.

Wie aus dem süddeutschen Raum von unseren Partnerorganisationen bekannt ist, reichen dort teilweise die hinterlegten Bürgschaften für große WKA nicht aus, um auch die Fundamente rückstandslos zu entfernen.

Auch in der norddeutschen Tiefebene in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt es viele aufgelassene Windmühlen, die von ihren Betreiber aufgrund technischer Probleme abgestellt worden sind. Der Stahlturm wurde entfernt, denn Stahl bringt als Altmetall bares Geld. Heutzutage sind aber WKA wie die eno126 sehr viel massiver und verfügen über Hybridtürme aus Stahl und Beton. Allein das Fundament wiegt rund 1800 Tonnen (je nach Bodenbeschaffenheit). Darin sind rund 300 Tonnen Stahl enthalten.

Daher sind die Entsorgungskosten deutlich gestiegen und nicht mehr zu vergleichen mit den derzeitigen WKA in Stäbelow, die nur über einen Stahlturm verfügen und ein deutlich kleineres Fundament haben.

Resultat: die Fundamente bleiben im Boden, denn diese zu entfernen ist aufwendig und teuer

Es gibt auch genügend Beispiele wo nach Havarien (z.B. Brand) eine Ruine in der Landschaft stehen gelassen wurde, weil der Betreiber insolvent war oder die Kostenübernahme für den Abbau nicht übernommen hat. Es gibt aber auch positive Beispiele wo Betreiber vollständig abgebaut haben und ihren Pflichten nachgekommen sind.

In einigen Beispielen musste der Steuerzahler einspringen. Für eine Windenergieanlage in der Größe der 2 kürzlich in Stäbelow genehmigten Enercon eno126 (jeweils 200m hoch) muß man rund 200.000€ Entsorgungskosten rechnen, wenn man auch die Rekultivierung der Standorte und Kranplätze miteinbezogen wird.

Link zu Organisationen mit mehr Erfahrungen in der Entsorgung von WKA:

http://www.wattenrat.de/2015/02/03/rueckbau-von-windkraftanlagen-wer-entsorgt-die-fundamente/

Ob in dieser oder in ausreichender Höhe für die beiden eno126 Bürgschaften hinterlegt worden sind oder hinterlegt werden, ist derzeit noch unklar. Bisher gibt es nur die imissionsschutzrechtliche Genehmigung. Im schlimmsten Fall muss der Grundstückseigentümer es entsorgen. Und im Falle der 2 eno126 ist es eine Gesellschaft des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.

Der größte deutsche Entsorger REMONDIS (http://www.remondis.de), der auch bei den Techniken führend ist, hatte jüngst erklärt, dass es derzeit keine Recyclingmöglichkeiten für ausgediente Windräder gibt. Man arbeitet daran.

Auch http://www.n-tv.de hat berichtet. Den Bericht wollen wir Ihnen nicht enthalten. Wie bei allen Medienberichten muss man halt berücksichtigen, dass nicht alle Berichte hinreichend recherchiert worden sind.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Recycler-kritisieren-Windrad-Entsorgung-article19864375.html

Links zur Anzahl der WKA in MV:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Windkraftanlagen_in_Mecklenburg-Vorpommern

Daten der Lobbyorganisation BWE wie immer ohne tatsächliche Leistung und nur mit Nennleistung für 2016:

Link: https://1-stromvergleich.com/strom-report/windenergie/#windenergie-verteilung-deutschland-karte
Anzahl der WKA in Deutschland 2016: https://www.thewindpower.net/country_windfarms_de_2_deutschland.php
Karte der WKA in MV:
https://www.thewindpower.net/country_maps_de_2_deutschland.php
Wir bitten daher die Gemeinde Stäbelow und die genehmigende Behörde zu überprüfen, ob die Bürgschaften ausreichend sind für kompletten Abbau und Rückgängigmachung der Bodenverdichtung für Kranabstellplätze und Zufahrtsstraßen.

 

Die BI macht keine Panik, sondern informiert offen über Vor- und Nachteile von Windkraft. Es muss immer gut überdacht werden bevor man Windkraft-Ungeheuer mit 200m Höhe genehmigt!  Denn es geht den Projektierern und Investoren vornehmlich um den Profit! Wenn alles ordnungsgemäß ist, der Abstand zu Wohnungen ausreichend ist und Boden, Trinkwasser, Menschen und Natur nicht gestört oder geschädigt werden, dann ist Windkraft ein unverzichtbarer Anteil der Energiewende! 

Aber nicht in Trinkwasserschutzzonen, in Wäldern und bei nicht ausreichenden Abständen (10h) sowie Beeinträchtigung der Natur.

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